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Wieso "der Sport" nicht das Problem ist

Aktualisiert: 8. Juli 2023

Die Wahrheit ist, und sie gilt für uns alle: wir sind für alles verantwortlich. Für das, was wir machen und für die Art, wie wir auf das reagieren, was uns widerfährt.

Anlässlich neuster Facebook-Posts kam in mir der dringende Wunsch auf, einen Beitrag zu einem gleichen Thema umzuformulieren. Eigentlich wäre es ein Beitrag gewesen à la "wie ich mich mental auf die Europameisterschaft vorbereite". Doch das immer wiederkehrende Thema unseres kaputten Sportes, welcher sich so derart verändert hat und untragbar ist für alle Beteiligten, hat mehr mit meiner mentalen Vorbereitung zu tun, als man auf den ersten Blick denken würde. Wieso ich dir wirklich davon abraten will, diese Sätze zu schreiben, auszusprechen oder nur zu denken, werde ich hier offenlegen.


Das Erfolgsparadox

Um vorab klarzustellen...

...du hast natürlich recht. Es ist weder zu entschuldigen noch rechtzufertigen, dass sich unser Sport teilweise in Richtungen bewegt hat, die nicht "Welfare of the Horse" entsprechen. Ja, es gibt Pferde, die unter der Leistung, die von ihnen erwartet wird, leiden oder sogar daran ihr Leben lassen. Ja, es wird auch genug Menschen geben, die mit Geld, Vitamin B und Doping (oder allem zusammen) zu Resultaten kommen, die sie sich nicht ehrlich erarbeitet haben. Und das ist eine Schande und nicht richtig. Doch das sollte uns nicht davon abhalten, genau die gleichen Leistungen erzielen zu können. Ja, lass mich ausreden, bevor du deinen nächsten Facebook-Post schreibst.

Speed kills... doesn't it?

Welche Geschwindigkeit denn? Für die einen ist es "nicht mehr mein Sport", wenn das Rennen mit 18km/h beendet wird. Für andere ist 18km/h Peanuts. Ihr Pferd läuft den ersten CEI* mit 18km/h und steigern dann ihre ganze Karriere lang das Tempo. Ich sehe es als absolute Möglichkeit an, 160km mit 22km/h zu beenden (AAAAAH, SIE HAT ES GESAGT). Für Andere ist es Realität, dass sie auf 120km oder 160km schon einen Durchschnitt von 24-26km/h geritten sind. "Ja, aber...", willst du jetzt sagen. Die Artikel und die wissenschaftlichen Untersuchungen sind nicht an mir vorbeigegangen. Je höher die Geschwindigkeit, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass man eliminiert wird. Was ich aufzeigen will, ist, dass Sätze wie "Speed kills" oder "nicht mehr mein Sport" sehr wirkungsvoll und stark sind, aber für jeden etwas anderes bedeuten.


Was erlaubt sich der Sport eigentlich dabei, sich zu verändern?!

Veränderung ist unumgänglich, Wachstum ist eine Option. Wir kommen nicht darum herum, dass unser Sport sich verändert. Die Richtung scheint im Moment nicht zu stimmen. Das heisst jedoch nicht, dass es die einzig mögliche Richtung ist. So sehe ich das: Je besser und konstanter unsere Leistung ist, desto mehr Aufmerksamkeit bekommen wir vom Rest der Pferdewelt und der breiten Öffentlichkeit. Es steigt die Chance, dass sich kluge, gutherzige, athletische, ehrgeizige Menschen an die Spitze kämpfen wollen. Leute, die nicht betrügen müssen, um gute Leistungen zu vollbringen. Die Wissenschaft will immer mehr über die Spitzenleistungen unserer Pferde erfahren. Wissen ist Macht und wer weiss, der kann richtig handeln. Für mich ist das ein Kreislauf. Je mehr Leute sich für Endurance interessieren, desto mehr Leute an der Spitze kann es geben, die sich wirklich auch für "Welfare of the Horse" einsetzen. Je grösser die Spitze, desto mehr finanzielle Mittel, desto mehr Wissenschaft, desto mehr Wissen, desto grösser die Spitze, desto mehr finanzielle Mittel, ...


Dein Erfolg ist mehr Wert als eine Stallplakette

Ich plädiere dafür, Erfolg zu haben und sich ins Getümmel zu stürzen (und aufzuhören, bedauernde Facebookposts zu schreiben, als würdest du am Grabstein von Endurance stehen). Denn (Überraschung!) der Sport wird sich nicht zurück entwickeln. Du kannst ausweichen in andere Länder, auf andere Prüfungen, sogar andere Sportarten, aber auch dort wird es dich früher oder später einholen. Die einzige Option, welche dir bleiben würde, wäre aufzuhören. Doch das wäre nicht das, was du dir tief im Innersten wünschst, oder? Und das wäre nicht gut für die Szene. Es braucht Leute, die sich ihre Leistungen ehrlich erarbeiten. Die Wissen haben, die PferdeversteherInnen sind, gute SportlerInnen und gute ReiterInnen. Es braucht Leute, die Seite an Seite mit den Menschen reiten, die denken, sie brauchen all das Doping, um sich den Erfolg zu sichern. Denn wenn du mit einem anderem Beispiel voran gehst, werden es sich andere ansehen und denken: "Für sie/ihn war es möglich. Dann muss es auch für mich möglich sein." Und der stete Tropfen höhlt den (Endurance Grab)Stein. Und das ist das Erfolgsparadox. Um die Clean Endurance-Wende einzuleiten, zu prägen und zu festigen, hat dein Facebook-Post wirklich nichts beigetragen. Es braucht deine gute Leistung und deine Erfahrungswerte, die du weitergeben kannst. Anders ist es nicht möglich.


Ja, aber...

Ich verstehe dich wirklich. Ehrlich. Ich erinnere mich an das erste Mal, als ich mich vor meiner eigenen Leistung geekelt habe. Mir war richtig übel. Ich habe zurückgeschaut auf das Rennen und war mich sicher, dass ich nie wieder so schnell reiten würde. Es war gegen alles, was ich verinnerlicht hatte. Und es gab etwas, was mir geholfen hat. Es war mentales Training. Nicht hin sitzen und irgendwelche Ziele aufschreiben. Das ist schön und gut. Es ist das sichtbar machen meiner Träume und Ziele, das erkennen der Muster, Gedanken und Handlungen, die mir weissmachen wollen, dass ich diese Ziele nicht erreichen werde. Es ist die Auflösung eben derer und die aktive Auswahl der Gefühle und Gedanken, die ich neu fühlen und denken will.

Das ist keine Esoterik, denn es funktioniert. Wieso? Deine Wahrnehmung formt die Realität. (it's science, baby. Minute 21:00 - 23:00: SRF Puls - die Macht der Gedanken.). Und jetzt, wo es dir auch noch ein echter Wissenschaftlicher gesagt hat, kannst du mir vielleicht besser folgen, wenn ich sage: Der Gedanke "Speed kills" beeinflusst deine Realität.

"Das ist zu schnell für mich."


"Endurance ist nicht mehr mein Sport."


"Wer schnell sein will, der hintergeht sein Pferd."


"Wer Erfolg hat, hat nachher ein kaputtes Pferd."

Willkommen in deiner Realität. Das kann beängstigend sein, ich weiss. Vielleicht schreit es laut in dir "JA, ABER DAS IST JA WISSENSCHAFTLICH BEWIESEN. JA, ABER DAS STIMMT HALT WIRKLICH. JA, ABER SO IST ES EINFACH."


Übung: gelbe Dinge

1. Wo auch immer du bist, schau dich um. Sieh dir all die gelben Dinge an, die du findest. Merke sie dir gut.

2. Konzentriere dich wieder aufs lesen und sag mir: Was war alles blau?


Where focus goes, energy flows

Ist mir eigentlich egal, wie du dem sagen willst. Hauptsache ist: Du hast die Fähigkeit, deinen Fokus zu lenken und er bestimmt, welche Gegebenheiten du ein- und ausblendest.

Mentales Training in Mini. Oder: Wie wir die Person werden, die wir noch nicht sind

Es ist mir wirklich eine grosse Herzensangelegenheit, dass auch du die Möglichkeit bekommst zu erfahren, wie du mit deinen Gedanken deine Leistung beeinflussen kannst. Das hier ist aber nur ein Blogpost und reicht nur dafür aus, dir das Vorgehen zu erläutern. Vielleicht, wenn du noch nicht schon lange vor Angst zitterst, weil der böse Sport doch nichts mit deiner Unzufriedenheit zu tun hat, willst du dich einfach auf ein Gedankenspiel einlassen. Wenn du irgendwo im Verlaufe des Lesens gedacht hast "das brauche ich doch sowieso nicht. Ich bin mental schon genug stark." (ups, ertappt habe ich dich), dann wirst du wohl schon lange deine Ziele erreicht haben. Gratuliere, Champion. In diesem Fall kannst du jetzt auch aufhören zu lesen und dich weiter gegen deine Angst vor Veränderungen wehren.

Und für alle anderen: Holt euch Stift und Papier, öffnet eure Notizen oder ein Word-Dokument. Wir gehen ans Eingemachte.

Was will ich erleben?

Entgegen der Aussage in der Dokumentation vom SRF ist es sehr wohl so, dass wir auf unser Unterbewusstsein zugreifen können. Das kann beispielsweise durch eine Meditation geschehen. So erlangen wir nochmals ganz neue Möglichkeiten, unsere Realität zu verändern. Denn das Unterbewusstsein bestimmt 95% unserer Realität (das kannst du glauben oder nicht, dafür habe ich jetzt keinen wissenschaftlichen Beweis). In diesem Format ist es uns aber nicht möglich. Sei einfach ehrlich zu dir selber, verurteile dich nicht und erlaube dir zu träumen und dich von deinen Gefühlen leiten zu lassen.

Was ist dein Ziel? Willst du ein CEI* reiten? Willst du Schweizermeisterin werden? Willst du einen CEI*** gewinnen, den Vertrag fürs A-Kader unterschreiben und selektioniert werden für eine Meisterschaft? Wichtig ist dabei das Gefühl. Wie fühlt sich das an? Wie stolz bist du, wenn du den Vertrag unterschreibst? Spürst du den Stift in der Hand und das Papier unter deinen Fingern?

Wie überwältigt bist du, wenn dir die Medaille überreicht wird? Hörst du die Schweizer Hymne? Spürst du die müden Muskeln in deinen Beinen, während du das Podest besteigst? Hörst du den Applaus? Sieh runter an deinen Beinen. Spüre den Stoff deiner weissen Reithose, die Füsse in schwarzen Stiefeln und die Erhöhung des Podests. Wenn wir diese positiven Gefühle mit klaren Bildern verbinden, verankern wir es tiefer in unserem Unterbewusstsein und für das Gehirn ist es so, als wäre das ein wirkliches Erlebnis. Denn, wie der Neurowissenschaftler im Beitrag erläutert, unterscheidet das Hirn nicht zwischen Imagination und Realität. Falls du dich überwältigt fühlst von deinen grossen Träumen (das kann passieren, heisst aber nichts hinsichtlich der Erreichbarkeit), dann nimm ein Etappenziel. Du willst an eine Meisterschaft und bist auf EVG2 Niveau? Dein Wunsch hat absolute Berechtigung zur Existenz. Nur gibt es eine grosse Differenz zwischen der Person, die du jetzt bist und deinem zukünftigen Ich, welches die Meisterschaft reitet. Das ist der Auslöser für die Panik und ganz natürlich. Nimm also beispielsweise den Wunsch, die Novice-Qualifikationen zu beenden.

Die Falle

Unser Ego stellt uns oftmals Fallen. Es ist auch der Teil, der uns sagt: "Du musst den anderen beweisen, dass du das kannst. Sonst bist du nichts wert." Wenn du also nur den Kadervertrag unterschreiben willst, um dich über andere zu stellen, dich mächtiger zu fühlen oder es anderen "heimzuzahlen", dann ist das nicht dein inniger Wunsch. Diese Glaubenssätze kommen aus dem Unterbewusstsein und es wird nicht den gleichen Effekt haben. Anstelle, dass du aus den positiven Emotionen deines Erfolgs handelst, werden deine Handlungen geprägt sein von "Ich muss besser sein als du, sonst bin ich nichts Wert." Es ist deswegen sehr wichtig in diesem Schritt, dass du alle Gedanken für einen Moment beiseite legst, die nicht dienlich sind für dein Ziel. Beobachte gut die Vorgänge in deinem Kopf. Es ist dein Ego, welches dir sagt, dass du nicht sportlich genug bist, dass du übertreibst, dich viel zu wichtig nimmst. Es ist okay, es will dich beschützen. Aber wir können es gerade nicht brauchen. Denn Erfolg ist keine Gefahr, wir nehmen es nur als Gefahr wahr. Life begins, where your comfort zone ends.


Was hält mich davon ab?

Jetzt darf dein Gehirn richtig loslegen. Am besten schreibst du dir deinen Wunsch auf, und beendest den Satz mit ABER, ... Danach beendest du den Satz mit allem, was dir einfällt. ET VOILÀ. Deine Gründe, wieso du nicht erreichst, was du willst, schön serviert auf dem Silbertablett. Damit du weisst, dass du nicht alleine bist, gibt es hier ein Beispiel, frisch aus meinem Kopf:


Ich will Europameisterin werden, aber...

  • das letzte Mal war alles nur Glück

  • dieses Jahr läuft sicher alles schief

  • ich habe keine Kontrolle über den Rennverlauf

  • ich bin noch nicht bereit

  • ich MUSS es schaffen

  • ich will nicht bemitleidet werden, wenn ich es wieder nicht schaffe

  • Karajol kann nicht alleine laufen

  • im Finish verlieren wir immer

  • dann bin ich nur eine Eintagsfliege. Was nützt es denn, wenn ich nur einmal etwas gewinne

Wie um Himmels Willen soll ich denn mit diesen Gedanken überhaupt nur in die Nähe des Treppchens kommen??


Wer ist die Person, die deine Ziele erreicht?

Dafür ein Beispiel aus der Praxis. 10 Tage vor einem geplanten CEI* bekomme ich einen Anruf, dass ich am gleichen Rennen einen CEI*** bestehen muss, ansonsten bin ich nicht qualifiziert für die Meisterschaft. Ja, das Pferd war trainiert für 120km, damit er ein gutes 100km-Rennen laufen kann. Aber 160km sind nicht 100km (Glaubenssatz). Das intensive Training hat ihm rein theoretisch gefehlt (Glaubenssatz). In meinem Kopf rotierte es und leichte Panik brach in mir aus. Alle möglichen Gründe, wieso dass das nicht funktionieren kann, wurden produziert. Das Starterfeld war zu klein, dann müssten wir alleine reiten, und Karajol läuft ja nicht alleine, und das war überhaupt nicht sein Rennen, und er war ja nicht trainiert, ich habe keine Erfahrungswerte da wir kein Vorbereitungsrennen gemacht haben, mein letzter 160er ist 2 Jahre her, bla bla bla. Das sind die Glaubenssätze in Aktion. Und dann kam mir der Gedanke, der mich zurück auf den Boden holte: Was würde ein Profi machen? Und die Antwort ist: Er würde einfach reiten. Egal welche "Hürde" er überwinden müsste, er hätte eine Lösung. Er würde sich auf eine gute Taktik konzentrieren, nichts überstürzen, Runde für Runde nehmen, den Zustand seines Pferdes stets gut kontrollieren, sein Pferd motivieren, wenn es ein Tief hatte. Wir beendeten das Rennen auf dem zweiten Platz, ritten die letzte Runde mit 18km/h und ritten einen Finish mit 35km/h.

Die Person, die dein Ziel erreicht, ist nicht die gleiche Person, die du jetzt bist. Ansonsten hättest du dein Ziel bereits erreicht. Frage dich, was diese Person anders macht. Es gibt keine falschen Antworten. Welche Gedanken hat sie, wie sieht ihr Tagesablauf aus, wie gestaltet sie ihr Training, mit was für Leuten umgibt sie sich, wie spricht sie über sich und andere, welche Facebook-Posts schreibt sie? Wenn du deinem Ziel näher kommen willst, dann handelst du tagtäglich wie diese Person. Rede wie sie, trainiere wie sie, denke wie sie, reagiere wie sie. Für mein Beispiel heisst das: Die Josefine, welche Europameisterin ist, macht regelmässig Sport und holt aus ihrem Körper noch mehr Potenzial heraus. Sie weiss, dass sie in jeder Situation reagieren kann. Sie weiss, dass sie einen Finish gewinnen kann. Sie trainiert gezielt, intuitiv. Sie hat einen feinen, ausbalancierten Sitz, eine gute Kommunikation mit ihrem Pferd. Je länger das Rennen voranschreitet, desto mehr Energie und Wille zeigt sie. Bis zum Ende ist sie fokussiert, hat immer das Ziel im Blick.

Schreibe die Sätze im Präsens und verwende keine Verneinungen. Wenn du schreibst "sie verliert keinen Finish" dann sendest du an das Unterbewusstsein "sie verliert den Finish", da das Unterbewusstsein keine Verneinungen versteht. Denke jetzt ja nicht an den grünen Delphin.


Meine persönlichen Short-Cuts

  • Es gibt genau EINEN Grund, wieso "die bösen Anderen" erfolgreich sind (und jede andere Person auch). Ganz einfach weil sie wissen, dass es für sie möglich ist. Dafür ein Pferd zu dopen oder quälen zu müssen, ist jedoch auch "nur" ein Glaubenssatz.

  • Was ich über andere denke, denke ich auch über mich. Ich korrigiere mich selber, wenn ich abwertend über den Erfolg von anderen denke und sage mir lediglich: Sie wissen, dass es für sich möglich ist, also ist es auch für mich möglich. Wenn ich einen abwertenden Gedanken habe, beziehe ich ihn auf mich und frage mich, inwiefern das auf mich zutrifft.

  • Egal, welche ausweglosen Schwierigkeiten ich im täglichen Training antreffe, ich bin mir sicher, dass ich meine Ziele früher oder später erreiche.

  • Ich weiss, dass der Weg das Ziel ist und es um das Lernen geht.

  • Eifersucht zeigt einem, was man selbst gerne hätte und...

  • ...das, was man gerne hätte, ist erreichbar.

  • Ich frage mich immer und immer und immer und immer wieder: Was will ich glauben? Glaube ich es, weil es ein Tierarzt mir sagt? Glaube ich es, weil es ein Profi mir sagt? Glaube ich es, weil ich es in einem wissenschaftlichen Paper lese? Ich glaube nur das, was mich an mein Ziel führt. Zugegeben, das tönt jetzt sehr danach, als sei ich die erste Verschwörungstheoretikerin der Szene. Was ich jedoch meine: Wenn ein Tierarztbericht mir sagt "Mit XY Diagnose ist es unwahrscheinlich, wieder in den Sport einzusteigen", dann frage ich mich: Und welche Möglichkeit gibt es dennoch, die der Tierarzt noch nicht kennt? Ich überstürze nicht und ich erzwinge nichts, aber ich glaube eben einfach nicht alles. Wenn ich den Satz höre, den ich weiter oben geschrieben habe (Je höher die Geschwindigkeit, desto grösser die Chance, eliminiert zu werden) dann frage ich mich: will ich das glauben? Welches oberste Endurance-Gericht hat denn entschieden, dass ausgerechnet ICH es bin, die bei erhöhter Geschwindigkeit (was auch immer das sein mag) eliminiert wird?

  • Ich liebe, liebe, liebe diese Übung: Da das Gehirn nicht unterscheiden kann zwischen Erinnerung und Imagination, kreiere ich meine eigenen Erinnerungen, bevor sie passiert sind. Wenn ich beispielsweise renne oder Auto fahre, stelle ich mir vor, dass es in diesem Moment ein Jahr später ist, die Europameisterschaft schon lange vorbei ist, ich mein Ziel erreicht habe und mich bereits auf mein nächstes Rennen vorbereite.


Die Verantwortung

Und wieso wurden wir am oben erwähnten Rennen nicht Erste? Ist es nicht mega fies und gemein, dass wir den Gewinner 158km lang gezogen haben, und auf den letzten zwei Kilometer überholt er uns? Ist es nicht NIEDERSCHMETTERND, dass ich disqualifiziert wurde an einer EM, obwohl ich auf der zweiten Position ritt? Klar, die Gefühle waren sehr gross.

Die Wahrheit ist, und sie gilt für uns alle: wir sind für alles verantwortlich. Für das, was wir machen und für die Art, wie wir auf das reagieren, was uns widerfährt. Wäre ich WIRKLICH bereit gewesen, hätte ich beide Rennen gewinnen können. Auch mit nur einem Steigbügel in Ermelo und auch mit 2 Sekunden Abstand zum Ersten in Buch. Doch es waren meine nicht dienlichen Gedanken, die mich anhalten und absteigen liessen und die mich zögern liessen, noch 2km/h zuzulegen um ihn nicht doch noch, wenigstens auf dem letzten Zentimeter, zu überholen. Und deshalb hat nicht der Scheich von diesem und jenen Land, der Italiener, die Spanierin und der Franzose Schuld, dass du nicht auf dem Treppchen stehst, sondern von aussen zuschauen musst, wie hinterlistig, dreckig und verlogen unser geliebter Sport ist (Achtung, Glaubenssatz!). Die gute, die allerbeste Nachricht ist, dass DU es in der Hand hast. Denn dir obliegt die Verantwortung, deine Gedanken und Handlungen zu verändern, deine Ziele hoch zu stecken und fortwährend zu träumen. Vielen Dank für deinen Mut.

 

Wie du siehst, bin ich Feuer und Flamme für dieses Thema. Beim Mentaltraining bei Kai Sikorski machte ich die Transformation von einer unsicheren, ängstlichen Reiterin zu einer internationalen Sportlerin, die mit Sicherheit und Überzeugung weiss, dass sie auf Meisterschaften vorne mit dabei ist. Und das, gerade weil ich das Pferdewohl und die Verbindung zu meinem Pferd ganz nach vorne stelle. Erstmals will ich offen legen, welche Techniken ich gelernt habe und immer noch anwende. Für die Durchführung unseres 6-monatigen Programms haben wir 10 ReiterInnen, die...

... einfache Wege suchen, ihr ganzes sportliches Tun zu verbessern

... bereit sind, ihre alten Einstellungen zu ändern, um neue Realitäten zu schaffen

... ihren Erfolg ernst nehmen, egal auf welchem Niveau


Die Anmeldung ist offen bis am 13. Juli 2023, damit wir uns nachher voll und ganz auf die Bedürfnisse der TeilnehmerInnen fokussieren können.


Wenn du in 3 oder 6 Raten bezahlen willst, dann sende mir eine Mail (josefine.flury@leunet.ch) und du bekommst eine Rechnung.




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